Hysterischer Jahresrückblick 2014

Ja, ja, lang ist es her. Fast schon hat sich 2014 völlig in Rauch aufgelöst und wir vergraben uns in den Untiefen der hysterischen Winterpause. Der richtige Zeitpunkt also um unsere winterlich-kalten Gemüter an den mehr oder weniger glorreichen Errungenschaften des letzten Jahres zu wärmen. Um es kurz zu fassen: Wir haben geschuftet wie die Blöden. Was nichts daran ändert, dass die klimatischen Bedingungen unserer Geldbörsen offensichtlich immer noch nicht die optimale Lebensgrundlage für Kröten aller Art bieten. Dennoch: Wir haben globale Hysterie zumindest deutschlandweit verbreitet, gefeiert, wie unten zu sehen ist wieder mal „Nichts“ gemacht und mit unserer neuen Produktion „Operationsfeld Nichtstaat- Wir sind nur ein Karnevalsverein“ unser Portfolio nahezu verdoppelt.Nichts-Tun auf dem Titelbild Abendzeitung

Aber zurück zu den Anfängen des Jahres 2014. Alles begann mit dem Gründungsfest unseres neuen Studienganges zur „Hierarchiefreiheit und Stereotypendekonstruktion“. Der berauschte Abschluss unseres Projektseminars „Party:Zipation“ zum Thema Fest und politische Teilhabe an der Uni Erlangen. Und ja: Man sah Stuzierende trinken, tanzen, knutschen und wild diskutieren! Nur ein paar Wochen später beschlossen wir —Bieeep biiep — den irdischen Gefilden den Rücken zuzukehren und armreichen unter-oberschichts-Kindern aus Berlin „Außerirdisch Essen“ im Labor 1 der 9. Winterakademie des Theaters an der Parkaue beizubringen. Trotz mächtigem Chaos gelang sie am Ende dann doch: Die Eröffnung einer granatapfelstarken Foodtopianischen Botschaft. — Bieeep biiep —. Unserem foodtopianischen Orakel Granati und seinen bieep biep Geräuschen sei Dank.

Im Anschluss entschieden wir, weil wir es so gerne tun, den Rückzug zu performen und auf einer Hütte im Vogtland, ohne Anschluss an den Rest der Welt, wieder zu uns selbst zu finden. Wir planten und werkelten und schrieben und schrieben. Bewerbung über Bewerbung, Anträge, Konzepte, neue Konzepte, noch neuere Konzepte.
Doch erneut trieb man uns all unsere Flausen aus, zumindest in finanzieller Hinsicht. Da hieß es für uns: Weitermachen! Back to the roots zum ARENA-Festival nach Erlangen, um unter dem Motto: „Mensch, wo bist Du?“ unsere erfolgreichste Installation zu zeigen: „Hysteriezone, die“. Wieder einmal (wie zuvor schon in Berlin und Wien) performten wir nackt und unsichtbar den Rückzug aus dem System. Die Kritik in der Festival-Zeitung jubelte: „Die Kunst ist tot! Es lebe die Kunst!“ Gleich darauf zeigten wir beim „queer as Unicorn-Festival“ in Nürnberg mit kurzentschlossener performativer Unterstützung unserer Freund_innen die „Intimzone“.

Um diesem Tatendrang der ersten Hälfte von 2014 entgegenzusteuern machten wir zur Abwechslung mal wieder nichts, und das in München! Beim Isarsprudel-Festival zeigten wir unsere Demoperformance „Macht was: Macht nichts!“ und schafften es sogar auf die Titelseite der Abendzeitung (siehe oben).  (Auch wenn diese verschwieg, wer wir sind, wie wir heißen und was wir wann wo genau machen..)

Elsa und das Polizeiauto

Nur eine Zerreißprobenwoche später präsentierten wir im i-camp eine erste Kostprobe von „Operationsfeld Nichtstaat“. Aus Zeitgründen meldeten wir die Kostprobe als Demo an. Beim Ordnungsamt in München bezweifelte man in der Kürze der Zeit, ob es Kunst sei, „wenn es sich bewegt“. Unser Publikum freute sich indes über das außerordentliche schauspielerische Talent unserer beiden Statist_innen in Uniform, die unseren anarchistischen Umzug polizeilich begleiteten.

In Erlangen, Weimar und Gießen stellten wir dann erneut unseren systemkritischen Karneval sowie die Grenzen der gesetzlichen Kunstfreiheit auf die Probe. Hier trotz lokaler Bedenken dann immer als selbstverständlich gut versicherte Kunstaktion.

Ganz nebenbei gelang es uns via Crowdfunding und Eurer Unterstützung, die 2000€ für unseren Karnevalswagen aufzubringen!! Da waren wir erst mal baff über so viel Support von unseren Freund_innen und unseren Familien. Kurz dachten wir auch, eine uns fremde Person hätte gespendet, aber dann kannte sie eine von uns doch.

In Gießen bauten uns dann Diana Dorn und Katharina Schmans unseren ganz persönlichen Karnevalswagen!

Das Bühnenpodest aus vier wackeligen Rollen hat definitiv ausgedient! Und jetzt heißt es erst mal ab März wieder passend zur Fastenzeit: Helau! Alaaf! Total Egal! Es lebe der Karneval äh der Nichtstaat! Möge das Desaster 2015 endlich beginnen!

Wir hoffen auf neue Produktionen, feuchte Brieftaschen, den ökonomischen Klimawandel, Fame, Glamour, das Ende des Gejammers, den ganzen Rest und natürlich globale Herrschaft.

Auf ein Hysterisches Jahr 2015!

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